Steigende Energiepreise machen auch vor NÖ Gemeinden nicht halt. Straßenbeleuchtung, Sportanlagen, Gebäude … überall wird Energie verbraucht – und das verursacht zum Teil erhebliche Kosten. Sind Einsparungen nur mit hohen Investitionen möglich? Nein, nicht notwendigerweise! Das zeigen die folgenden Beispiele.
Wenn es gelingt die Energieeffizienz zu steigern, reduziert man den Energieverbrauch, senkt Kosten und leistet damit gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Manche Maßnahmen lassen sich rasch und unkompliziert umsetzen – etwa eine gezielte Analyse der Energieverbräuche, die Optimierung von Einstellungen bei Heizungs- und Beleuchtungsanlagen, der Austausch ineffizienter Geräte oder auch Kooperationsprojekte – z. B. mit anderen Gemeinden oder der Bevölkerung. Schon kleine Schritte in die richtige Richtung können viel bewirken, den Energieverbrauch reduzieren und Gemeindebudgets schonen.
Mit Hilfe der eNu. Die NÖ Gemeinden haben bei ihren Vorhaben eine starke Partnerin an der Seite: die Energie- und Umweltagentur NÖ. Dank dem Beratungsangebot der eNu sind die Kommunen nicht auf sich allein gestellt. Die Expertinnen und Experten unterstützen mithilfe einer genauen Analyse des Energieverbrauchs, zeigen Einsparpotenziale auf und helfen bei der Umsetzung konkreter Maßnahmen. Dass Energiesparen nicht immer zwingend mit hohen Investitionen einhergehen muss, zeigen folgende Beispiele aus Niederösterreich.
Ohne Investitionen gelang es bei der Volksschule Ziersdorf die Stromkosten zu senken.
Stromsparen dank Beratung. In der Volksschule Ziersdorf wurde gemeinsam mit einem Experten der eNu der Stromverbrauch ganz genau unter die Lupe genommen. Das Ergebnis zeigte, dass der Verbrauch durch organisatorische und technische Optimierungen gesenkt werden kann. Ohne bauliche Maßnahmen und ohne Investition gelang es, 30 % der Stromkosten einzusparen. Die Analyse der Smart-Meter-Daten machte klar, wo unnötig Energie verbraucht wird und welche Maßnahmen Abhilfe schaffen können. Solche Effizienzchecks für Gemeinden sind sehr wertvoll, denn sie liefern schnell umsetzbare Empfehlungen und helfen damit Energie- und Betriebskosten langfristig zu senken.
„Die Smart-Meter-Analyse machte klare Optimierungspotenziale sichtbar. Dank der Unterstützung der eNu sparen wir rund 5.000 Euro Stromkosten pro Jahr und investieren diese gezielt in den Ausbau unserer PV-Anlage“, freut sich Stefan Schröter, Bürgermeister von Ziersdorf.
Fußballverein mit Solarpower. Mit dem Instrument der Bürgerbeteiligung können auch größere Projekte wirtschaftlich umgesetzt werden. In der Stadtgemeinde Mank hat man beim Vereinsgebäude des USC Mank eine Photovoltaikanlage installiert und die Flutlichtanlage auf LED umgestellt. So konnte der Stromverbrauch von jährlich 52.000 kWh auf 28.000 kWh reduziert werden. Das ist eine spürbare Einsparung von 24.000 kWh Energie und rund 16,5 Tonnen CO2 jährlich. Die Anlage wurde nicht allein durch die Gemeinde finanziert, sondern über ein Beteiligungsmodell: Bürgerinnen und Bürger konnten mit sogenannten „Sonnenstrom-Aktien“ in das Projekt investieren. Für die Bevölkerung vor Ort bedeutet das einen aktiven Beitrag, um die Energiewende voranzutreiben und eine Stärkung des regionalen Zusammenhalts.
„In Mank zeigen wir: Wer sich beteiligt, gewinnt – mit Solarstrom und Gemeinschaft. Photovoltaik, der geplante Speicher und LED-Flutlicht sind ein starker Baustein für unsere Klimaziele. Wenn Vereine auf Beteiligung setzen, entsteht eine echte Win-win-Situation – ökologisch, wirtschaftlich und sozial“, sagt der Manker Bürgermeister Martin Leonhardsberger.
EEG Elsbeere Wienerwald. Seit 2021 arbeiten 13 Gemeinden aktiv an der regionalen Energieversorgung. Mit Erfolg, denn mittlerweile tauschen rund 1.200 Mitglieder erneuerbaren Strom innerhalb der Gemeinschaft aus. Für die Stadtgemeinde Neulengbach bringt die Teilnahme an der EEG Elsbeere Wienerwald klare Vorteile mit sich: Bereits 28 % des Strombedarfs werden über die EEG gedeckt, durch geringere Netzentgelte und günstige Bezugstarife wird so viel Geld gespart. Da bestehende Strukturen genutzt werden, waren keine großen, eigenen Investitionen seitens der Gemeinde notwendig. Die Bevölkerung gewinnt ebenfalls, denn EEG-Mitglieder zahlen weniger für bezogenen Strom und erhalten eine gute Vergütung für eingespeisten Strom. Außerdem setzt Neulengbach auf Innovation: mit bidirektionalem Laden – am Bauhof wurden entsprechende Ladestationen errichtet: Überschüssiger Sonnenstrom wird dort in Fahrzeugbatterien zwischengespeichert und bei Bedarf (z. B. am Abend oder in der Nacht) für andere Zwecke verwendet.
„Für uns als Gemeinde ist es wichtig, auf Energiepreise zu achten und Einsparungen zu erzielen. Durch die Energiegenossenschaft ist es uns 2025 gelungen, rund 18.000 Euro einzusparen. Dieses Geld bleibt in der Gemeinde, es bleibt in der Region und wir können es für andere Projekte erfolgreich einsetzen“, sagt Jürgen Rummel, Bürgermeister von Neulengbach.
Gemeinden gestalten Zukunft mit. Stromsparberatung und Effizienzcheck für kommunale Gebäude, Beratung zu erneuerbaren Energien, Energiegemeinschaften oder Bürgerbeteiligungsmodellen: Die Energie- und Umweltagentur NÖ unterstützt Gemeinden – denn auch in Zeiten knapper Budgets finden sich Wege. Das Ziel ist klar: Niederösterreichs Gemeinden können ihre Energiezukunft aktiv gestalten und werden dabei bestmöglich von der eNu unterstützt. Wirtschaftlich, nachhaltig und mit möglichst geringem Aufwand.
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Silvia Osterkorn-Lederer, Redaktion
Die eNu hat eine umfangreiche Energiespar-Checkliste für Gemeinden erstellt. Diese finden Sie unter Energiespar-Checkliste 2026. Das gesamte Angebot unter
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