Ein neuer, inspirierender Themenweg der Gartenbauschule Langenlois macht sichtbar, was sonst verborgen bleibt: grüne Wunder, stille Heldinnen und überraschende ökologische Zusammenhänge.
Der vielfältige Schulgarten der Gartenbauschule Langenlois zeigte schon bisher Gästen eindrucksvoll die Ergebnisse aus Praxisunterricht und Seminaren – von Trockensteinmauern über Pflanzkonzepte bis hin zu Feuchtbiotopen. Aus dem Wunsch heraus, die oft übersehenen Leistungen von Grünflächen im Kontext der Klimakrise sichtbar zu machen, entwickelte ein engagiertes Team nun ein neues Vermittlungsformat. Nach einem Jahr Planungs- und Bauphase kann der Themenweg seit Herbst 2025 besucht werden.
Ella begleitet am Weg.
Genuss und Wissensvermittlung. Besucherinnen und Besucher können den „Unsichtbaren Garten“ einfach nur genießen und auf sich wirken lassen. Wer tiefer eintauchen möchte, findet fundierte Informationen zu Themen wie Agroforstwirtschaft, Naturstein-Kunst, Gebäudebegrünung oder Verdunstungseffekten. Gemeinsam mit dem kleinen Bodenlebewesen „Ella“, einer kleinen Kugelspringerin, tauchen die Besuchenden ein in die faszinierende Welt des Verborgenen: Ein besonderes Highlight ist die eigens errichtete „Schwammstadt“. Diese Station veranschaulicht, wie modernes Regenwassermanagement, konkret Kanalentlastung, funktionieren kann. Gleichzeitig profitieren Straßenbäume von dem zusätzlichen Wurzelraum und der verbesserten Wasserversorgung.
Herausforderung Trockenheit. Der „Wandelgarten“ ist ebenso beeindruckend. Er dient als Kinderstube und Experimentierfeld für trockenverträgliche Pflanzen und zeigt, welche Vielfalt an Blütenstauden auch unter zunehmend heißen und trockenen Bedingungen auf Grünflächen möglich ist. Doch auch robuste Arten stoßen an ihre Grenzen: Deshalb ist Vielfalt entscheidend. Durch kluge Kombinationen entstehen stabile Pflanzengemeinschaften, die sich gegenseitig unterstützen.
Bewohnerinnen Wildbienen. Wo es blüht und Pflanzen aus unterschiedlichen Familien wachsen, finden neben anderen Lebewesen auch spezialisierte Wildbienen Nahrung und geeignete Nistplätze. Rund die Hälfte aller Wildbienenarten brütet im Boden, an offenen, vegetationsarmen Stellen. Die seltenen Schneckenhaus-Wollbienen wiederum nutzen leeren Schneckenhäuser als Brutplatz. Entlang des Themenwegs werden exemplarisch vier Wildbienenarten vorgestellt.
Faszination, dem Auge oft verborgen. „Ein schöner Garten ist immer ein eindrucksvoller Anblick“, betont DI Andreas Kovac, Direktor der Gartenbauschule Langenlois. „Wir wollten den Blick bewusst auf die inneren Werte des Gartens lenken – auf jene faszinierenden Aspekte, die dem Auge oft verborgen bleiben.“ So arbeiteten Lehrkräfte, das Gartenbau-Team sowie Schülerinnen und Schüler gemeinsam an der Umsetzung des „Unsichtbaren Gartens“ und wurden dabei von erfahrenen Themenweg-Gestaltern, der LEADER-Region Kamptal+ sowie weiteren Partnern unterstützt. Christian Kittenberger, Betriebsleiter der Gartenbauschule formuliert sein Projektziel so: „Das Schönste wäre, wenn die Gäste nach dem Besuch des ,Unsichtbaren Gartens‘ ihren eigenen Garten, Balkon oder den kleinen Park in der Nachbarschaft mit noch liebevolleren Augen sehen – und die enorme Bedeutung von Pflanzen und Tieren für unser Überleben noch klarer erkennen.“
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Eva Bauer, Gartenbauschule Langenlois
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